In dieser Geschichte
  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Marleen Lohse im Überblick: Die wichtigsten Fakten in der Tabelle
  3. Frühe Jahre: Zufalls-Casting und die „Hexe“ vom Alstertal
  4. Ausbildung in Babelsberg und die Theaterjahre
  5. Feste Größe im Norden: Jule Christiansen in „Nord bei Nordwest“
  6. Kino: Von „Vollidiot“ zur ersten Hauptrolle in „Cleo“
  7. Märchen, Krimi und Streaming: Ihre weiteren TV-Rollen
  8. Stimme und Musik: Hörspiele und das Debütalbum „Wide Awake“
  9. Privatleben: Familie, Schweden und ein richtiggestelltes Gerücht
  10. Einordnung: Die leise Konstante des deutschen Fernsehens
  11. Häufige Fragen zu Marleen Lohse

Marleen Lohse gehört zu den Gesichtern, die gleich mehrere Generationen von Fernsehzuschauern begleitet haben: Als Teenagerin spielte sie in der NDR-Kinderserie „Die Kinder vom Alstertal“ die rothaarige Julia „Hexe“ Clement, heute kennt sie ein Millionenpublikum als Jule Christiansen aus der ARD-Krimireihe „Nord bei Nordwest“. Dazwischen liegen ein Schauspielstudium in Babelsberg, Theaterjahre, Kinorollen – und seit 2025 auch ein eigenes Musikalbum. Geboren wurde Marleen Lohse am 28. Februar 1984 in Soltau. Dieser Überblick zeigt ihren Weg vom Kinderstar zur festen Größe im deutschen Fernsehen – nur mit bestätigten Fakten aus zitierfähigen Quellen.

„Marleen Lohse bei der Medienboard Party während der Berlinale 2019 – Foto: Martin Kraft, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons“

Marleen Lohse im Überblick: Die wichtigsten Fakten in der Tabelle

MerkmalDetails
Geboren28. Februar 1984 in Soltau
BerufSchauspielerin und Sängerin
Bekannt durch„Die Kinder vom Alstertal“ (1998–2004), „Nord bei Nordwest“ (seit 2014)
Rolle in „Nord bei Nordwest“Tierarzthelferin Jule Christiansen
AusbildungHochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf, Potsdam-Babelsberg (2006–2010)
Erste Kinohauptrolle„Cleo“ (2019)
Debütalbum„Wide Awake“ (Oktober 2025)
WohnortBerlin
FamilieSeit 2021 verheiratet, ein Sohn (geboren im September 2022)

Frühe Jahre: Zufalls-Casting und die „Hexe“ vom Alstertal

Marleen Lohse wuchs in Hoisdorf in Schleswig-Holstein auf und besuchte das Gymnasium in Ahrensburg. Ihre Eltern betrieben einen Friseursalon in Hamburg-St. Georg. Als Kind und Jugendliche war sie im Kunstturnen aktiv – Disziplin und Körperbeherrschung, die ihr später auf der Bühne zugutekommen sollten.

Ihre erste große Rolle kam eher zufällig zustande: Die Regisseurin der NDR-Kinderserie „Die Kinder vom Alstertal“ wohnte im selben Ort. Mit 14 Jahren übernahm Lohse die durchgehende Rolle der Julia Clement, die in der Serie von allen nur „Hexe“ genannt wird – ein Spitzname, der auf ihre auffälligen roten Haare anspielte. Von 1998 bis 2004 spielte sie die Figur in insgesamt 44 Folgen und wurde damit einem breiten jungen Fernsehpublikum bekannt. Sie selbst beschrieb die Dreharbeiten mit den anderen Kindern rückblickend eher als gemeinsames Spiel und Ausprobieren – das Gefühl, einen Beruf auszuüben, habe sie damals nicht gehabt.

Parallel zur Kinderserie folgten erste weitere Rollen: 2003 spielte sie die 17-jährige Julia in der Teenie-Komödie „Küssen verboten, Baggern erlaubt“, dazu kamen Gastauftritte in Serien wie „Neues vom Süderhof“, „Hallo Robbie!“ und „Die Rettungsflieger“. Der eigentliche Berufswunsch Schauspielerin entstand bei ihr dennoch erst nach dem Abitur – zeitweise hatte sie auch über Regie nachgedacht. Nach einem Auslandsjahr bewarb sie sich an der Schauspielschule in Babelsberg und wurde direkt angenommen.

Ihre roten Haare, heute ihr Markenzeichen, waren für sie als Kind übrigens keineswegs einfach: In Interviews erinnerte sie sich daran, dass sie wegen ihrer Haarfarbe Spitznamen bekam und sehr sensibel reagierte – alles, was anders war, sei damals ein großes Thema für sie gewesen.

Ausbildung in Babelsberg und die Theaterjahre

Von 2006 bis 2010 studierte Marleen Lohse Schauspiel an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg. Ihre Abschlussinszenierung – Sam Shepards „Lügengespinst“ unter der Regie von Lukas Langhoff – wurde beim Theatertreffen deutschsprachiger Schauspielstudierender 2010 mit dem Ensemblepreis ausgezeichnet.

Nach dem Studium folgten Theaterengagements: Im September 2011 feierte Ibsens „Ein Volksfeind“ unter Langhoffs Regie in Bonn Premiere; Lohses Darstellung der berufsfröhlichen Petra Stockmann wurde in den Kritiken mehrfach positiv erwähnt. Im Berliner Ballhaus Naunynstraße spielte sie zudem eine von fünf Vampirinnen in der Inszenierung „Bloodshed in Divercity“ von Simone Dede Ayivi. Diese Theaterjahre legten das handwerkliche Fundament, auf dem ihre spätere Fernsehkarriere aufbaut.

Marleen Lohse bei der Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises 2019 in der Alten Oper Frankfurt
„Marleen Lohse bei der Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises 2019 in der Alten Oper Frankfurt – Foto: Martin Kraft, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons“

Feste Größe im Norden: Jule Christiansen in „Nord bei Nordwest“

Seit 2014 gehört Marleen Lohse zur Stammbesetzung der ARD-Krimireihe „Nord bei Nordwest“. Als Tierarzthelferin Jule Christiansen arbeitet sie im fiktiven Ostseeort Schwanitz in der Tierarztpraxis von Hauke Jacobs, den Hinnerk Schönemann spielt. Die Reihe um den ehemaligen LKA-Beamten Jacobs, der im Norden neu anfängt, entwickelte sich zu einem der verlässlichsten Quotenerfolge des ARD-Vorabends und der Primetime – und Lohse ist seit der ersten Stunde dabei.

Ihre Jule Christiansen ist dabei weit mehr als eine Nebenfigur: Sie ist die gute Seele der Praxis, kennt im Ort jeden und jede und bildet mit ihrer direkten, herzlichen Art den emotionalen Gegenpol zum eher wortkargen Jacobs. Dass eine Schauspielerin, die einst als Kinderstar begann, über ein Jahrzehnt dieselbe Serienrolle trägt, ist im deutschen Fernsehen keine Selbstverständlichkeit – für Lohse wurde die Rolle zum zweiten großen Karriere-Anker neben der Alstertal-Zeit.

Wie sehr sie mit der Reihe verwachsen ist, zeigte auch der Fernsehfilm „Nord bei Nordwest – Ho Ho Ho!“ aus dem Jahr 2021, in dem Lohse einen musikalischen Auftritt hatte – ein Vorgeschmack auf ihre spätere Musikkarriere.

Kino: Von „Vollidiot“ zur ersten Hauptrolle in „Cleo“

Ihr Kinodebüt gab Marleen Lohse 2007 in Tobi Baumanns Komödie „Vollidiot“ in einer kleineren Nebenrolle; im selben Jahr wirkte sie in Rosa von Praunheims Improvisationsfilm „Sechs tote Studenten“ mit. Es folgten unter anderem „Diamantenhochzeit“ (2009), der Kinoerfolg „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ (2009), der Horrorfilm „Zimmer 205″ (2011), „Sushi in Suhl“ (2012), „Frau Ella“ (2013) an der Seite von Matthias Schweighöfer und Ruth Maria Kubitschek sowie „Happy Burnout“ (2017).

Der künstlerische Höhepunkt ihrer Kinolaufbahn bislang: In Erik Schmitts erstem Langfilm „Cleo“, der auf der Berlinale 2019 in der Sektion Generation seine Weltpremiere feierte, übernahm Lohse ihre erste Hauptrolle auf der Kinoleinwand. Mit Schmitt hatte sie bereits 2016 den Kurzfilm „Berlin Metanoia“ gedreht, in dem sie die Hauptrolle der Kore spielte und zudem am Drehbuch beteiligt war.

Ein jüngeres Familienpublikum kennt sie außerdem aus der erfolgreichen Kinoreihe „Die Schule der magischen Tiere“: In den Verfilmungen der Kinderbuch-Bestseller spielt sie seit 2021 die Mutter der Hauptfigur Ida – inzwischen in vier Teilen (2021, 2022, 2024 und 2025).

Märchen, Krimi und Streaming: Ihre weiteren TV-Rollen

Auch abseits von „Nord bei Nordwest“ ist Marleen Lohse im Fernsehen vielseitig unterwegs. Schon 2007 und 2008 war sie in den „Tatort„-Folgen „Roter Tod“ und „Schatten der Angst“ zu sehen. In der ARD-Märchenreihe „Sechs auf einen Streich“ spielte sie 2008 in „Das tapfere Schneiderlein“ die Magd Frederike und übernahm 2010 in „Das blaue Licht“ als Prinzessin Augustine an der Seite von Christoph Letkowski und Reiner Schöne die weibliche Hauptrolle.

Hinzu kommen zahlreiche Auftritte in Serien wie „SOKO Leipzig“, „Notruf Hafenkante“, „Großstadtrevier“ oder „Der Alte“ sowie größere Fernsehfilme und Mehrteiler, darunter „Tsunami – Das Leben danach“ (2012), die „Bella Germania“-Trilogie (2018) und der Dreiteiler „Unsere wunderbaren Jahre“ (2020) über die Anfangszeit der Bundesrepublik. 2025 war sie in der Netflix-Serie „Alphamännchen“ in acht Folgen zu sehen.

Ihre jüngste Hauptrolle: Im NDR-Thriller „Frau ohne Namen“ (2026) verkörpert Lohse die Psychologin Dr. Marlene Nielsen, die auf sogenannte Mikroexpressionen spezialisiert ist – winzige, nur Sekundenbruchteile sichtbare Gesichtsregungen, die verborgene Emotionen verraten. Die Hamburger Polizei zieht Nielsen hinzu, als eine Frau nach einer scheinbaren Notwehrtat jede Aussage verweigert und ihre Identität im Dunkeln bleibt – woraufhin die Psychologin beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln.

Daneben bewies Lohse in festen Serienrollen ihre Bandbreite jenseits des Vorabendprogramms: Von 2015 bis 2017 spielte sie in zwölf Folgen der Sitcom „Im Knast“, 2019 war sie in drei Folgen der ORF/RTL-Serie „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ zu sehen, und 2021 folgte die sechsteilige Serie „Katakomben“.

Auch in etablierten Krimi-Formaten blieb sie präsent, etwa in „Ein starkes Team: Eiskalt“ (2019), zweimal in der „Nachtschicht“-Reihe (2016 und 2021) und bereits 2012 in „Laim – Die Tote ohne Alibi“.

Schon in ihren frühen Jahren nach dem Alstertal-Abschied hatte sie sich mit Gastrollen in nahezu allen großen Krimi-Reihen des Landes – von „SOKO Wismar“ über „Kommissar Stolberg“ bis zu „Der Alte“ – ein bemerkenswert breites Repertoire erarbeitet. Diese Konstanz über mehr als zwei Jahrzehnte ist es, die ihre Karriere von der vieler anderer ehemaliger Kinderstars unterscheidet: Lohse war nie weg – sie hat einfach nie aufgehört zu spielen.

Marleen Lohse auf dem roten Teppich beim Hessischen Film- und Kinopreis 2019
„Marleen Lohse auf dem roten Teppich beim Hessischen Film- und Kinopreis 2019 – Foto: Martin Kraft, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons“

Stimme und Musik: Hörspiele und das Debütalbum „Wide Awake“

Neben der Kameraarbeit ist Marleen Lohse eine gefragte Sprecherin: In der ARD-Hörspieldatenbank waren mit Stand April 2023 gut 70 Hörspielprojekte mit ihrer Beteiligung aufgeführt, darunter die WDR-Serien „Caiman Club“ und die achtteilige Krimi-Serie „Alice“. Auch große Stoffe gehören zu ihrem Repertoire: So wirkte sie 2018 in der WDR-Hörspieladaption von Volker Kutschers „Moabit“ aus der Gereon-Rath-Reihe sowie in „Das Fundament der Ewigkeit“ nach dem gleichnamigen Roman von Ken Follett mit. Ihre Stimme ist dabei so wandlungsfähig wie ihr Spiel vor der Kamera – vom Krimi bis zum historischen Epos. 2025 sprach sie zudem Rollen in der Hörspielreihe „TKKG“, darunter die Folge 238 „Nur Tote schlafen länger“.

Musikalisch trat sie zunächst in Musikvideos in Erscheinung – 2013 im Video zu „Where You Stand“ der Band Travis, 2016 in „Protected“ der Band Keøma. Als Singer-Songwriterin veröffentlichte sie 2025 erstmals eigene Musik: Im Oktober 2025 erschien ihr Debütalbum „Wide Awake“. Damit erweiterte die ausgebildete Schauspielerin ihr künstlerisches Profil um eine dritte Säule – nach Film und Fernsehen nun auch die eigene Musik.

Privatleben: Familie, Schweden und ein richtiggestelltes Gerücht

Marleen Lohse hält ihr Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus, gibt in Interviews aber gelegentlich Einblicke. Seit 2021 ist sie verheiratet; das Paar lebt in Berlin. Im Mai 2022 verkündete sie ihre Schwangerschaft öffentlich, im September 2022 wurde das erste Kind des Paares, ein Sohn, geboren. Ihr Ehemann stammt aus Schweden, und die Familie verbringt regelmäßig Zeit in einem Sommerhaus in Schweden – von dort bringe sie, wie sie in einem Interview schmunzelnd sagte, neben mehreren Kilo Blaubeeren und Pfifferlingen vor allem Entschleunigung mit.

In einem Interview im Oktober 2026 stellte sie außerdem ein hartnäckiges Missverständnis über ihre Herkunft richtig: Immer wieder werde behauptet, sie stamme aus einer Friseurfamilie – tatsächlich hatten ihre Eltern zwar einen Friseursalon, hätten aber nie selbst Haare geschnitten. Eine kleine Korrektur, die zeigt, wie sorgfältig die Schauspielerin mit den Fakten über ihr eigenes Leben umgeht.

Marleen Lohse im Porträt beim Hessischen Film- und Kinopreis 2019
„Marleen Lohse im Porträt beim Hessischen Film- und Kinopreis 2019 – Foto: Martin Kraft, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons“

Einordnung: Die leise Konstante des deutschen Fernsehens

Marleen Lohses Karriere ist das Gegenteil eines Strohfeuers: Mit 14 Jahren als Kinderstar gestartet, ließ sie sich Zeit für eine fundierte Ausbildung, sammelte Theatererfahrung und baute sich danach Schritt für Schritt eine der beständigsten Laufbahnen ihrer Generation auf – mit einer Serienhauptrolle, die sie seit 2014 trägt, Kinorollen bis hin zur eigenen Hauptrolle in „Cleo“ und seit 2025 sogar einem eigenen Album. Wer sie heute in „Frau ohne Namen“ als ermittelnde Psychologin sieht, sieht eine Schauspielerin, die aus dem Kinderstar von einst längst eine vielseitige Charakterdarstellerin geworden ist.

Häufige Fragen zu Marleen Lohse

Wann und wo wurde Marleen Lohse geboren?

Marleen Lohse wurde am 28. Februar 1984 in Soltau geboren und wuchs in Hoisdorf in Schleswig-Holstein auf.

Welche Rolle spielte Marleen Lohse in „Die Kinder vom Alstertal“?

Sie spielte von 1998 bis 2004 in 44 Folgen die Julia „Hexe“ Clement – ihre erste große Rolle, die sie als Kinderstar bekannt machte.

Wen spielt Marleen Lohse in „Nord bei Nordwest“?

Seit 2014 gehört sie als Tierarzthelferin Jule Christiansen zur Stammbesetzung der ARD-Krimireihe und arbeitet in der Serie in der Tierarztpraxis von Hauke Jacobs (Hinnerk Schönemann) im fiktiven Ort Schwanitz.

Wo hat Marleen Lohse Schauspiel studiert?

Von 2006 bis 2010 an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg. Ihre Abschlussinszenierung wurde 2010 mit dem Ensemblepreis des Theatertreffens deutschsprachiger Schauspielstudierender ausgezeichnet.

Hat Marleen Lohse ein Musikalbum veröffentlicht?

Ja. Nach Jahren als Hörspielsprecherin und Auftritten in Musikvideos erschien im Oktober 2025 ihr Debütalbum „Wide Awake“ mit eigenen Songs.

Ist Marleen Lohse verheiratet und hat sie Kinder?

Sie ist seit 2021 verheiratet und lebt mit ihrem Mann in Berlin. Im September 2022 wurde der gemeinsame Sohn geboren.

Quellen: Wikipedia „Marleen Lohse“ (Abruf: 29. Oktober 2026), 1&1 Steckbrief „Marleen Lohse“, GMX/Joyn zu den Interview-Äußerungen im Oktober 2026, stern zur Geburt des Sohnes (Oktober 2022). Alle Angaben beschränken sich auf öffentlich bestätigte Fakten.