In dieser Geschichte
  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Felix Lobrecht im Überblick: Die wichtigsten Fakten in der Tabelle
  3. Kindheit in der Gropiusstadt: Aufwachsen in Berlin-Neukölln
  4. Schule, Umwege und das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg
  5. Von Poetry Slams zur Stand-up-Bühne: kenn ick, hype und All You Can Eat
  6. Gemischtes Hack: Der Podcast mit Tommi Schmitt
  7. Sonne und Beton: Das Buch, das zum Berlinale-Film wurde
  8. Radio, Fernsehen und eigene Comedy-Bar: Lobrecht abseits der Tour-Bühne
  9. Musik als Azzle 447 und Baller League
  10. Auszeichnungen: Vom Newcomer-Preis zum erfolgreichsten Live-Programm
  11. Häufige Fragen zu Felix Lobrecht
  12. Fazit

Felix Lobrecht ist aus der deutschen Comedy nicht mehr wegzudenken: Ausverkaufte Arena-Touren, einer der erfolgreichsten Podcasts des Landes und ein Roman, der zum preisgekrönten Kinofilm wurde. Dabei begann alles denkbar unglamourös – in der Gropiusstadt in Berlin-Neukölln, wo der Sohn eines alleinerziehenden Vaters aufwuchs, von der Schule flog und sich seinen Schulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg erkämpfte. Heute füllt der Berliner mit Programmen wie „All You Can Eat“ und „Sell Out“ die größten Hallen, moderiert gemeinsam mit Tommi Schmitt den Podcast „Gemischtes Hack“ und steht sogar als Wachsfigur bei Madame Tussauds in Berlin. Dieser Überblick zeigt den Weg von Felix Lobrecht – von den ersten Poetry Slams 2008 bis zum Deutschen Comedypreis.

Felix Lobrecht auf der Berlinale 2023 – Foto: Elena Ternovaja, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Felix Lobrecht im Überblick: Die wichtigsten Fakten in der Tabelle

FaktAngabe
Voller NameFelix Manuel Lobrecht
Geboren24. Dezember 1988 in Mettingen (Nordrhein-Westfalen)
AufgewachsenGropiusstadt, Berlin-Neukölln
BerufStand-up-Comedian, Podcastmoderator, Autor, DJ und Musikproduzent
Bekannt durchPodcast „Gemischtes Hack“ (mit Tommi Schmitt), Buch und Film „Sonne und Beton“
Bühnenprogrammekenn ick, hype, All You Can Eat, Sell Out
Bücher„Sommer in Neukölln“ (2014), „10 Minuten? Dit sind ja 20 Mark!“ (2015), „Sonne und Beton“ (2017)
Podcast„Gemischtes Hack“ – seit September 2017, seit 2019 exklusiv bei Spotify
WohnortBerlin-Kreuzberg

Kindheit in der Gropiusstadt: Aufwachsen in Berlin-Neukölln

Felix Manuel Lobrecht wurde am 24. Dezember 1988 in Mettingen in Nordrhein-Westfalen geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er jedoch in Berlin: Nachdem seine Mutter 1993 verstorben war, zog sein alleinerziehender Vater Frank mit Felix und seinen beiden Geschwistern Julian und Sophie in die Hauptstadt. Die Familie lebte in der Gropiusstadt, einer Großwohnsiedlung im Bezirk Neukölln. Diese Herkunft prägt Lobrecht bis heute – sie ist der Stoff, aus dem seine Comedy und sein erfolgreichstes Buch gemacht sind: Geschichten aus dem Viertel, erzählt mit Berliner Schnauze und einem Blick für die absurden Seiten des Alltags. Lobrecht lebt heute in Berlin-Kreuzberg am Kottbusser Tor und ist seiner Stadt damit treu geblieben.

Schule, Umwege und das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg

Lobrechts Schulweg verlief alles andere als geradlinig. Ab 2001 besuchte er das Hannah-Arendt-Gymnasium im Neuköllner Ortsteil Rudow, von dem er 2003 wegen auffälligen Verhaltens verwiesen wurde. Er wechselte auf die Clay-Gesamtschule und erlangte dort 2005 den Realschulabschluss. In dieser Zeit lernte er auch den Techno-DJ Kobosil kennen, der auf dieselbe Schule ging und bis heute zu seinen Freunden zählt. Danach jobbte Lobrecht unter anderem in einem Fitnessstudio und im Pflanzengroßhandel. 2008 holte er an einem Oberstufenzentrum in Berlin-Schöneweide die Fachhochschulreife nach – und 2012 schließlich die allgemeine Hochschulreife, die er per Nichtschülerprüfung in autodidaktischer Vorbereitung bestand, also weitgehend im Selbststudium.

Auch danach blieb sein Bildungsweg kurvenreich: Eine Ausbildung zum Industriekaufmann brach er ebenso ab wie ein Journalismusstudium. Ab dem Wintersemester 2012/13 studierte er Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Philipps-Universität Marburg, 2016 wechselte er an die Universität Potsdam. Nach einer Unterbrechung nahm er das Studium zum Sommersemester 2021 in Marburg wieder auf; zum Wintersemester 2023/24 schrieb er sich nach eigener Aussage an der Humboldt-Universität zu Berlin ein, um seinen Bachelor in Politikwissenschaft zu beenden – parallel zu einer der erfolgreichsten Comedy-Karrieren des Landes.

Von Poetry Slams zur Stand-up-Bühne: kenn ick, hype und All You Can Eat

Erste Bühnenerfahrung sammelte Lobrecht schon als Jugendlicher bei kleinen Breakdance-Auftritten in Berlin. Bekannt wurde er ab 2008 durch Teilnahmen an Poetry Slams, bevor er ab 2015 als Stand-up-Comedian durchstartete. Seit 2017 tritt er nicht mehr als Slammer auf, sondern konzentriert sich vollständig auf Stand-up in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sein Stil: absurde Alltagsgeschichten, garniert mit absichtlich schlechten Wortspielen, langen Pausen – und einem unüberhörbaren Berliner Dialekt.

Der Durchbruch beim großen Publikum kam 2016 mit Auftritten in Fernsehshows wie der „Köln Comedy Nacht XXL“ und der RTL-II-Show „Comedy Champions“. Seine erste eigene Live-Tour trug den Titel „kenn ick“ und wurde 2017 im Columbia-Theater in Berlin aufgezeichnet. Es folgte das Programm „hype“, mit dem er bis 2020 tourte und das in der Laeiszhalle Hamburg aufgezeichnet wurde; parallel war er in Formaten wie der „1LIVE Hörsaal-Comedy“ und Dieter Nuhrs „Nuhr ab 18″ zu Gast. Im Februar 2021 widmete ihm die „New York Times“ ein ausführliches Porträt, das in der internationalen Druckausgabe sogar auf dem Titelblatt erschien – eine Seltenheit für einen deutschen Comedian.

Sein drittes Programm „All You Can Eat“ spielte er im September 2023 an zwei Abenden in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena in Berlin auf; beim Tourabschluss erhielt er den Deutschen Comedypreis 2023 in der Kategorie „Erfolgreichstes Live-Programm“.

Mittlerweile ist er mit seinem vierten Programm „Sell Out“ unterwegs, das ihn erneut in die größten Arenen führt – allein in der Olympiahalle München spielt er im Oktober 2026 drei Abende. Wie bei erfolgreichen Live-Programmen üblich, bleibt die Kritikerresonanz gemischt: Zur Veröffentlichung von „All You Can Eat“ in der ARD Mediathek im Januar 2025 gab es neben viel Publikumszuspruch auch kritische Stimmen, die einzelne Witze des Programms als abwertend einordneten; andere Kritiken – etwa in der „Welt“ – hielten dagegen, dass gute Comedy vor allem eines müsse: zum Lachen bringen. Lobrecht selbst verweist in seinem Programm regelmäßig selbstironisch auf genau diese Debatte.

Felix Lobrecht bei einem Stand-up-Auftritt 2019 in Nürnberg
Felix Lobrecht live auf der Bühne, 2019 in der LUX – Junge Kirche Nürnberg – Foto: Stefan Brending (2eight), CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Gemischtes Hack: Der Podcast mit Tommi Schmitt

Seit September 2017 veröffentlicht Felix Lobrecht gemeinsam mit Tommi Schmitt wöchentlich den Podcast „Gemischtes Hack“ – benannt nach der Berliner Imbiss-Bestellung „gemischtes Hack, halb und halb“. Seit September 2019 ist der Podcast exklusiv bei Spotify zu hören. Das Format, in dem die beiden über Alltagsbeobachtungen, absurde Fragen und Geschichten aus ihrem Leben sprechen, gehört zu den erfolgreichsten Podcasts Deutschlands und erreicht nach Angaben der Veranstalter mehr als eine Million Hörerinnen und Hörer pro Woche. 2020 wurde „Gemischtes Hack“ beim Deutschen Comedypreis als bester Comedy-Podcast ausgezeichnet und gewann außerdem die 1 Live Krone in der Comedy-Kategorie.

Daneben arbeiteten Lobrecht und Schmitt 2019 auch für das 1-Live-Comedy-Format „Was machen Sachen?“ zusammen, in dem sie wöchentlich absurde Fragen beantworteten. Und auch musikalisch trat das Duo in Erscheinung: Als „Die Sacknähte“ veröffentlichten sie 2021 gemeinsam mit Ikke Hüftgold den Spaßsong „Unten kommt die Gurke rein“, der es bis auf Platz 48 der deutschen Charts schaffte.

Sonne und Beton: Das Buch, das zum Berlinale-Film wurde

Bevor Lobrecht als Comedian durchstartete, begann er zu schreiben. Sein erstes Buch „Sommer in Neukölln“ erschien 2014. 2015 folgte gemeinsam mit dem Poetry-Slammer Malte Rosskopf das Buch „10 Minuten? Dit sind ja 20 Mark!“ im Satyr Verlag. Sein bekanntestes Werk erschien am 10. März 2017 im Ullstein Verlag: „Sonne und Beton“. Darin erzählt Lobrecht Geschichten und Anekdoten, die an seine Kindheit und das Aufwachsen in Berlin-Neukölln und der Gropiusstadt angelehnt sind – rau, komisch und mit viel Gespür für die Sprache des Viertels. Das Hörbuch wurde 2020 mit dem WDR-Publikumspreis „Mein Hörbuch 2019″ im Rahmen des Deutschen Hörbuchpreises ausgezeichnet.

Auf Grundlage des Buches entstand der gleichnamige Kinofilm, der im Februar 2023 auf der Berlinale Premiere feierte. Lobrecht schrieb gemeinsam mit Regisseur David Wnendt das Drehbuch und erhielt dafür 2022 den Bayerischen Filmpreis in der Kategorie Drehbuch; 2024 folgte der Berliner Bär, der Kulturpreis der B.Z., für „Sonne und Beton“. Auf der Berlinale stellte Lobrecht den Film gemeinsam mit Hauptdarstellerin Franziska Wulf vor.

Felix Lobrecht mit Franziska Wulf bei der Vorstellung von „Sonne und Beton"
Felix Lobrecht und Franziska Wulf präsentieren „Sonne und Beton“ bei der Berlinale 2023 – Foto: Martin Kraft, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Radio, Fernsehen und eigene Comedy-Bar: Lobrecht abseits der Tour-Bühne

Auch abseits von Bühne und Podcast ist Lobrecht dauerpräsent. Von Oktober 2019 bis September 2021 lief bei 1LIVE die Rubrik „Wie geht?“, in der er anhand bereitgelegter Alltagsgegenstände einen Lifehack erraten musste – insgesamt 38 Episoden. Seit dem 10. Februar 2022 moderiert er einmal im Monat die rund zweistündige Sendung „1 Live 99 Problems“ bei 1LIVE. Im Fernsehen war er in kleinen Schauspielrollen zu sehen, unter anderem 2022 in „MaiThink X – Die Show“ als Fischhändler und 2024 in der Serie „Hungry“ als Kantinenangestellter.

Mitte 2024 erfüllte er sich einen eigenen Traum: In der Oranienburger Straße in Berlin-Mitte eröffnete er den „Downstairs Comedy Club“, eine eigene Kellerbar für Stand-up-Comedy. Der Club soll sowohl Newcomern als auch etablierten Stars eine Bühne bieten – die Karten für die ersten Vorstellungen waren binnen Sekunden ausverkauft. Und auch im Wachsfigurenkabinett ist er inzwischen vertreten: Bei Madame Tussauds Berlin steht eine Wachsfigur von Felix Lobrecht, die er persönlich vorstellte.

Felix Lobrecht live mit Mikrofon auf der Bühne, 2019
Felix Lobrecht mit Mikrofon auf der Comedy-Bühne, 2019 – Foto: Stefan Brending (2eight), CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Musik als Azzle 447 und Baller League

Seit 2024 ist Lobrecht gemeinsam mit dem Rapper Kontra K Manager des Fußballteams Beton Berlin, das in der Hallenfußballliga Baller League antritt. 2025 kam eine weitere Karriere dazu: Unter dem Künstlernamen Azzle 447 produziert er Techno- und Hip-Hop-Musik und tritt mit seiner 44 Label Group auf Festivals wie dem 44 Festival, dem SonneMondSterne und dem Hive auf. Im August 2025 veröffentlichte er mit seinem Schulfreund Kobosil den Song „Quietsch“, im November 2025 folgte gemeinsam mit der Rapperin Juju der Song „Komm“.

Offen spricht Lobrecht auch über persönliche Themen: Er hat öffentlich gemacht, dass bei ihm eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) diagnostiziert wurde, und thematisiert in Interviews seine Erfahrungen damit – Aussagen, die er selbst in die Öffentlichkeit gebracht hat und die vielen Fans als ermutigend gelten.

Auszeichnungen: Vom Newcomer-Preis zum erfolgreichsten Live-Programm

  • 2018: Deutscher Comedypreis – Bester Newcomer
  • 2019: 1 Live Krone – Comedy-Krone
  • 2020: WDR-Publikumspreis „Mein Hörbuch 2019″ für „Sonne und Beton“ (Deutscher Hörbuchpreis); Deutscher Comedypreis – Bester Komiker; Deutscher Comedypreis – Bester Comedy-Podcast für „Gemischtes Hack“; 1 Live Krone – Comedy-Krone für „Gemischtes Hack“
  • 2021: Deutscher Comedypreis – Bester Komiker
  • 2022: Bayerischer Filmpreis – Drehbuch für „Sonne und Beton“
  • 2023: Deutscher Comedypreis – Erfolgreichstes Live-Programm („All You Can Eat“)
  • 2024: Berliner Bär (B.Z.-Kulturpreis) für „Sonne und Beton“
Felix Lobrecht während eines Live-Auftritts 2019
Felix Lobrecht während seines Live-Programms, 2019 in Nürnberg – Foto: Stefan Brending (2eight), CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen zu Felix Lobrecht

Wie alt ist Felix Lobrecht?

Felix Lobrecht wurde am 24. Dezember 1988 in Mettingen geboren. Er ist damit 37 Jahre alt (Stand: Oktober 2026) und feiert an Heiligabend seinen 38. Geburtstag.

Woher kommt Felix Lobrecht?

Geboren wurde er in Mettingen in Nordrhein-Westfalen, aufgewachsen ist er jedoch in Berlin-Neukölln: Nach dem Tod seiner Mutter zog die Familie 1993 in die Gropiusstadt. Heute lebt er in Berlin-Kreuzberg.

Wie heißt der Podcast von Felix Lobrecht?

Sein Podcast heißt „Gemischtes Hack“ und erscheint seit September 2017 wöchentlich. Er moderiert ihn gemeinsam mit Tommi Schmitt; seit 2019 läuft der Podcast exklusiv bei Spotify.

Welches Buch hat Felix Lobrecht geschrieben?

Sein bekanntestes Buch ist „Sonne und Beton“ (2017), das an sein Aufwachsen in der Gropiusstadt angelehnt ist und 2023 als Kinofilm auf der Berlinale lief. Zuvor erschienen „Sommer in Neukölln“ (2014) und „10 Minuten? Dit sind ja 20 Mark!“ (2015, mit Malte Rosskopf).

Wie heißt das aktuelle Programm von Felix Lobrecht?

Nach „kenn ick“, „hype“ und „All You Can Eat“ tourt er mit seinem vierten Bühnenprogramm „Sell Out“ durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Hat Felix Lobrecht Abitur?

Ja – allerdings auf Umwegen: Nach einem Schulverweis und dem Realschulabschluss 2005 holte er 2008 die Fachhochschulreife nach und bestand 2012 die allgemeine Hochschulreife per Nichtschülerprüfung im Selbststudium. Später studierte er Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Marburg und Potsdam.

Fazit

Felix Lobrecht ist das Beispiel dafür, dass eine große Karriere nicht geradlinig verlaufen muss: Schulverweis, Jobs im Fitnessstudio und im Pflanzengroßhandel, abgebrochene Ausbildung – und trotzdem wurde aus dem Jungen aus der Gropiusstadt einer der erfolgreichsten Entertainer Deutschlands. Mit „Gemischtes Hack“ prägt er seit 2017 die Podcast-Landschaft, mit „Sonne und Beton“ hat er seiner Herkunft ein literarisches und filmisches Denkmal gesetzt, und mit „Sell Out“ füllt er weiter die größten Hallen. Dazu kommen ein eigener Comedy-Club, eine Wachsfigur und Ausflüge in die Musik. Man darf gespannt sein, was als Nächstes kommt.

Quellen: Wikipedia „Felix Lobrecht“ (Abruf: 29. Oktober 2026), Olympiapark München zur „Sell Out“-Tour, Madame Tussauds Berlin, news aktuell zum Deutschen Comedypreis 2023. Alle Angaben beschränken sich auf öffentlich bestätigte Fakten.