In dieser Geschichte
  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Tony Curtis im Überblick: Der Steckbrief
  3. Bernard Schwartz: Eine Kindheit in der Bronx
  4. Vom Matrosen zum Vertrag bei Universal
  5. Die fünfziger Jahre: Vom Teenie-Idol zum ernsthaften Schauspieler
  6. Der Höhepunkt: Oscar-Nominierung, „Manche mögen’s heiß“ und „Spartacus“
  7. Die sechziger und siebziger Jahre: „Das große Rennen“, „Der Würger von Boston“ und „Die 2″
  8. Zweite Karriere als Maler und Autor
  9. Privatleben: Sechs Ehen und eine berühmte Tochter
  10. Tod und Vermächtnis: Warum Tony Curtis unvergessen ist
  11. Die wichtigsten Filme im Überblick
  12. Häufige Fragen zu Tony Curtis

Tony Curtis gehörte zu den letzten großen Stars des klassischen Hollywood – und zu denen mit dem unwahrscheinlichsten Aufstieg. Geboren 1925 als Bernard Schwartz, Sohn ungarisch-jüdischer Einwanderer in der New Yorker Bronx, spielte er sich aus bitterer Armut in über 100 Filme. Sein Name steht für Meisterwerke wie „Flucht in Ketten“ (1958), für den Monumentalfilm „Spartacus“ (1960) und vor allem für die Komödie „Manche mögen’s heiß“ (1959), die das American Film Institute zur lustigsten amerikanischen Komödie aller Zeiten wählte. Deutsche Fernsehzuschauer kennen ihn außerdem als Danny Wilde aus der Kultserie „Die 2″. Tony Curtis starb 2010 im Alter von 85 Jahren. Dieser Überblick erzählt seine Biografie – vom Zeitungsjungen aus der Bronx zur Hollywood-Legende.

Tony Curtis in „So This Is Paris“, 1955 – Public domain, via Wikimedia Commons

Tony Curtis im Überblick: Der Steckbrief

Tony Curtis wurde als Bernard Schwartz am 3. Juni 1925 in New York geboren und starb am 29. September 2010 in Henderson, Nevada. In einer Karriere von mehr als sechs Jahrzehnten spielte er in über 100 Filmen – vom leichten Abenteuerfilm bis zum anspruchsvollen Drama. Die wichtigsten Fakten im Überblick:

MerkmalAngabe
GeburtsnameBernard Schwartz
Geboren3. Juni 1925 in New York City, USA
Gestorben29. September 2010 in Henderson, Nevada, USA (85 Jahre)
BerufSchauspieler, später auch Maler und Autor
Aktiv1948–2010
Bekannteste Filme„Manche mögen’s heiß“ (1959), „Spartacus“ (1960), „Flucht in Ketten“ (1958), „Dein Schicksal in meiner Hand“ (1957)
AuszeichnungenOscar-Nominierung 1959; „Die 2″ wurde in Deutschland zur Kultserie
KinderSechs, darunter Kelly Curtis und Jamie Lee Curtis

Bernard Schwartz: Eine Kindheit in der Bronx

Die Kindheit von Tony Curtis war von Armut geprägt. Seine Eltern Helen und Emanuel Schwartz waren jüdische Einwanderer aus Mátészalka in Ungarn; der Vater arbeitete als Schneider und konnte die Familie zeitweise kaum ernähren. Bernard, der älteste von drei Söhnen, wuchs in der Bronx auf, musste zeitweise in einem Waisenhaus leben und verlor 1938 seinen jüngeren Bruder Julius bei einem Verkehrsunfall. Das Kino wurde für den Jungen zum Fluchtort – und zum Berufswunsch.

Im Zweiten Weltkrieg diente Schwartz in der US-Marine an Bord des U-Boot-Tenders USS Proteus im Pazifik; er erlebte 1945 die japanische Kapitulation in der Bucht von Tokio mit. Nach seiner Entlassung nutzte er die Förderung für Veteranen, um in New York Schauspiel zu studieren, unter anderem an der Dramatic Workshop der New School unter Erwin Piscator. Die Casting-Agentin Joyce Selznick wurde auf ihn aufmerksam und vermittelte ihm den Kontakt zu den Universal Studios.

Vom Matrosen zum Vertrag bei Universal

1948 unterschrieb der 23-Jährige einen Siebenjahresvertrag bei Universal. Aus Bernard Schwartz wurde nach Zwischenstationen als James Curtis und Anthony Curtis schließlich Tony Curtis – der Nachname geht der Überlieferung nach auf einen Verwandten zurück, der Vorname auf die Romanfigur Anthony Adverse. Sein Leinwanddebüt gab er 1949 in einer winzigen, nicht im Abspann genannten Rolle in „Criss Cross“ – er tanzte in einer Szene mit Yvonne De Carlo.

Die ersten Jahre waren Lehrjahre in Mantel-und-Degen-Filmen, Western und leichten Komödien, in denen vor allem sein Aussehen zählte: Die dunkle, kunstvoll frisierte Haarpracht des jungen Curtis wurde von Teenagern kopiert – und gilt als eines der Vorbilder für die Frisur von Elvis Presley. Mit „The Prince Who Was a Thief“ (1951) erhielt er seine erste Hauptrolle; „Houdini“ (1953), in dem er den Entfesselungskünstler Harry Houdini spielte, an der Seite seiner Frau Janet Leigh, wurde sein erster klarer Erfolg.

Tony Curtis mit seiner Frau Janet Leigh, 1954
Tony Curtis mit seiner Frau Janet Leigh, 1954 – Foto: Wallace Seawell, Public domain, via Wikimedia Commons

Die fünfziger Jahre: Vom Teenie-Idol zum ernsthaften Schauspieler

Mitte der fünfziger Jahre kämpfte sich Tony Curtis aus der Schublade des hübschen Nachwuchsdarstellers heraus. In „Trapez“ (1956) spielte er neben Burt Lancaster und Gina Lollobrigida, in „Die Wikinger“ (1958) an der Seite von Kirk Douglas. Den kritischen Durchbruch brachte „Dein Schicksal in meiner Hand“ (1957, „Sweet Smell of Success“): Als skrupelloser Presseagent Sidney Falco an der Seite von Burt Lancaster zeigte Curtis eine schauspielerische Tiefe, die ihm viele nicht zugetraut hatten – die Rolle gilt bis heute als eine seiner besten.

Ein Jahr später folgte „Flucht in Ketten“ (1958, „The Defiant Ones“) unter der Regie von Stanley Kramer: Curtis und Sidney Poitier spielten zwei aneinandergekettete entflohene Sträflinge, die ihre Vorurteile überwinden müssen. Curtis setzte durch, dass Poitier gleichberechtigt im Vorspann genannt wurde – für die damalige Zeit keine Selbstverständlichkeit. Beide Hauptdarsteller wurden für den Oscar nominiert; es blieb die einzige Oscar-Nominierung in Curtis‘ Karriere. Wie ernst er es mit anspruchsvollen Rollen meinte, zeigte auch „The Outsider“ (1961), in dem er Ira Hayes verkörperte, den indianischstämmigen Soldaten, der 1945 an der berühmten Flaggenhissung auf Iwo Jima beteiligt war – eine stille, tragische Rolle, die Curtis selbst zu seinen wichtigsten zählte.

Der Höhepunkt: Oscar-Nominierung, „Manche mögen’s heiß“ und „Spartacus“

1959 erreichte Tony Curtis den Gipfel seiner Popularität – mit gleich zwei Komödien unter der Regie von Billy Wilder beziehungsweise Blake Edwards. In „Manche mögen’s heiß“ („Some Like It Hot“) floh er an der Seite von Jack Lemmon als Musiker in Frauenkleidern vor der Mafia und verliebte sich in die von Marilyn Monroe gespielte Sugar. Curtis glänzte gleich in drei Facetten: als Saxofonist Joe, als „Josephine“ und als angeblicher Ölerbe „Shell Oil Jr.“, dessen Sprechweise eine liebevolle Parodie auf Cary Grant war. Der Film scheiterte an keinem Geringeren als am Urteil der Geschichte: Das American Film Institute wählte ihn im Jahr 2000 zur lustigsten amerikanischen Filmkomödie aller Zeiten.

Im selben Jahr spielte Curtis in „Unternehmen Petticoat“ an der Seite seines Jugendidols Cary Grant, 1960 folgte die Rolle des Sklaven Antoninus in Stanley Kubricks „Spartacus“ mit Kirk Douglas in der Titelrolle. Die berühmte „Austern und Schnecken“-Szene zwischen Curtis und Laurence Olivier wurde bei der Uraufführung herausgeschnitten und erst 1991 restauriert – weil Curtis‘ Originaltonspur verloren war, sprach Anthony Hopkins seine Zeilen für die Wiederherstellung neu ein.

Curtis selbst bezeichnete die Jahre an der Seite der größten Regisseure und Stars als die Erfüllung seines Bronxer Traums. Dass „Manche mögen’s heiß“ in Schwarz-Weiß gedreht wurde, war übrigens eine bewusste Entscheidung Wilders: In Farbtests wirkte die Frauen-Schminke von Curtis und Lemmon unnatürlich grell – der Verzicht auf Farbe gab dem Film seine zeitlose Eleganz. Bereits 1960 erhielt Curtis zudem einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Tony Curtis mit Regisseur Stanley Kubrick am Set von Spartacus, 1960
Tony Curtis mit Regisseur Stanley Kubrick am Set von „Spartacus“, 1960 – Public domain, via Wikimedia Commons

Die sechziger und siebziger Jahre: „Das große Rennen“, „Der Würger von Boston“ und „Die 2″

In den sechziger Jahren blieb Tony Curtis ein gefragter Star – vom Kostümabenteuer bis zum reinen Klamauk: Blake Edwards‘ „Das große Rennen rund um die Welt“ (1965) mit Jack Lemmon und Natalie Wood wurde einer der aufwendigsten Komödienfilme seiner Zeit. 1968 gelang ihm mit „Der Würger von Boston“ („The Boston Strangler“) ein viel beachteter Imagewechsel: In der düsteren Titelrolle bewies er erneut seine dramatische Bandbreite und erhielt eine Golden-Globe-Nominierung.

Für das deutsche Publikum ist ein Kapitel besonders wichtig: die Fernsehserie „Die 2″ (1971/72, „The Persuaders!“), in der Curtis als amerikanischer Selfmade-Millionär Danny Wilde und Roger Moore als Lord Brett Sinclair quer durch Europa Verbrechen aufklärten. In den USA war die Serie nur mäßig erfolgreich – in Deutschland wurde sie zum Kult, nicht zuletzt wegen der legendären, frei improvisierten Synchronisation von Rainer Brandt, die aus dem Original eine Komödie ganz eigener Art machte. Bis heute gilt „Die 2″ als Musterbeispiel dafür, wie eine Synchronfassung ein Eigenleben entwickeln kann.

Zweite Karriere als Maler und Autor

Wie viele Stars seiner Generation kämpfte Curtis in den siebziger und achtziger Jahren mit Alkohol- und Medikamentenproblemen, die er später selbst öffentlich machte. Nach einer Behandlung in den 1980er Jahren fand er eine zweite Leidenschaft: die Malerei. Seine farbenfrohen Bilder im Stil der Pop-Art wurden in Galerien ausgestellt und von Sammlern gekauft; Curtis bezeichnete die Kunst wiederholt als das, was ihn im Alter am meisten erfülle. Daneben veröffentlichte er zwei Autobiografien, darunter „American Prince“ (2008), in denen er ungewöhnlich offen über Armut, Ruhm und seine Fehler schrieb.

Tony Curtis mit Janet Leigh und Tochter Kelly, 1960
Tony Curtis mit Janet Leigh und Tochter Kelly, 1960 – Foto: Lawrence Schiller, Public domain, via Wikimedia Commons

Privatleben: Sechs Ehen und eine berühmte Tochter

Tony Curtis war sechsmal verheiratet. Seine erste und bekannteste Ehe führte er von 1951 bis 1962 mit Schauspielkollegin Janet Leigh; aus ihr stammen die Töchter Kelly (geboren 1956) und Jamie Lee Curtis (geboren 1958), die später selbst ein Hollywood-Star wurde. Von 1963 bis 1968 war Curtis mit der deutsch-österreichischen Schauspielerin Christine Kaufmann verheiratet, die er bei den Dreharbeiten zu „Taras Bulba“ kennengelernt hatte; mit ihr hatte er die Töchter Alexandra und Allegra. Es folgten Ehen mit Leslie Allen, Andrea Savio und Lisa Deutsch. Seine letzte Ehe mit Jill Vandenberg schloss er 1998; sie hielt bis zu seinem Tod. Insgesamt hatte Tony Curtis sechs Kinder.

Tod und Vermächtnis: Warum Tony Curtis unvergessen ist

Tony Curtis starb am 29. September 2010 im Alter von 85 Jahren in seinem Haus in Henderson bei Las Vegas; als Todesursache wurde ein Herzstillstand gemeldet. Er wurde auf dem Palm Memorial Park in Las Vegas beigesetzt. In Mátészalka, dem ungarischen Heimatort seiner Eltern, erinnert heute ein Gedenkraum an den berühmtesten Sohn der ausgewanderten Familie – ein Kreis, der sich von der Bronx über Hollywood zurück nach Europa schließt.

Sein Vermächtnis ist doppelt: Da sind die Filme – allen voran „Manche mögen’s heiß“, der in kaum einer Rangliste der besten Komödien fehlt, und seine dramatischen Rollen in „Flucht in Ketten“ und „Dein Schicksal in meiner Hand“. Und da ist die Lebensgeschichte selbst: der Junge aus der Bronx, der mit nichts außer Ehrgeiz und Talent nach Hollywood kam und es unter die größten Stars seiner Ära schaffte. Dass seine Tochter Jamie Lee Curtis die Schauspieltradition der Familie bis in die Gegenwart fortführt – 2023 selbst Oscar-Preisträgerin –, macht die Familiengeschichte zu einer der langlebigsten Hollywoods.

Tony Curtis im Jahr 2009 bei einem Jubiläumstermin zu Manche mögen
Tony Curtis im Jahr 2009 bei einem Jubiläumstermin zu „Manche mögen’s heiß“ – Foto: Clay Gilliland, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Die wichtigsten Filme im Überblick

Aus über 100 Filmen ragen einige heraus, die Tony Curtis‘ Karriere definieren – vom Abenteuerfilm der frühen Jahre bis zum späten Imagewechsel:

FilmJahrRolle / Bedeutung
Houdini1953Der Entfesselungskünstler Harry Houdini – sein erster großer Erfolg, mit Janet Leigh
Trapez1956Zirkusdrama mit Burt Lancaster und Gina Lollobrigida
Dein Schicksal in meiner Hand1957Presseagent Sidney Falco – der kritische Durchbruch
Die Wikinger1958An der Seite von Kirk Douglas
Flucht in Ketten1958Oscar-Nominierung, mit Sidney Poitier
Manche mögen’s heiß1959Joe / „Josephine“ – die Komödie seines Lebens
Unternehmen Petticoat1959Komödie mit Cary Grant
Spartacus1960Der Sklave Antoninus in Kubricks Monumentalfilm
Das große Rennen rund um die Welt1965Blake Edwards‘ Komödien-Epos mit Jack Lemmon
Der Würger von Boston1968Düstere Titelrolle, Golden-Globe-Nominierung
Die 2 (TV-Serie)1971/72Danny Wilde an der Seite von Roger Moore – Kult in Deutschland

Häufige Fragen zu Tony Curtis

Wie hieß Tony Curtis wirklich?
Er wurde als Bernard Schwartz am 3. Juni 1925 in New York geboren. Seinen Künstlernamen legte er sich nach seiner Ankunft in Hollywood 1948 zu.

Für welchen Film war Tony Curtis für den Oscar nominiert?
Für „Flucht in Ketten“ (1958), in dem er und Sidney Poitier zwei aneinandergekettete entflohene Sträflinge spielten. Beide wurden als beste Hauptdarsteller nominiert.

Was ist der bekannteste Film von Tony Curtis?
„Manche mögen’s heiß“ (1959) von Billy Wilder mit Marilyn Monroe und Jack Lemmon. Das American Film Institute wählte die Komödie zur lustigsten amerikanischen Komödie aller Zeiten.

Wer war die Frau von Tony Curtis?
Er war sechsmal verheiratet, am bekanntesten mit Janet Leigh (1951–1962), der Mutter von Jamie Lee Curtis, und mit der deutsch-österreichischen Schauspielerin Christine Kaufmann (1963–1968).

Wann und woran starb Tony Curtis?
Er starb am 29. September 2010 im Alter von 85 Jahren in Henderson, Nevada. Als Todesursache wurde ein Herzstillstand gemeldet.

Ist Jamie Lee Curtis die Tochter von Tony Curtis?
Ja. Jamie Lee Curtis wurde 1958 als Tochter von Tony Curtis und Janet Leigh geboren und ist heute selbst eine Oscar-prämierte Schauspielerin.

Quellen: Wikipedia „Tony Curtis“ (deutsch/englisch), Television Academy „Tony Curtis, Iconic Movie and Television Star, Dies“ (2010), TCM „Tony Curtis Remembers“ (Abruf: 29. Oktober 2026). Alle Angaben beschränken sich auf öffentlich bestätigte Fakten.